Sicherheit im Modellflug

Wozu Sicherheit - ist Modellflug denn gefährlich?
Grundsätzlich gilt: Von der Modellfliegerei gehen bei 
verantwortungsvollem Umgang mit dem Fluggerät und bei 
richtiger Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und der 
Restrisiken keine besonderen Gefahren aus.
Trotzdem gilt ganz allgemein und auch im Interesse der
Modellfliegerei: Jeder Unfall ist einer zuviel. 
Nachfolgend ein paar Regeln die man unbedingt beachten sollte:

Gute Modellpiloten…

1.

Schalten den Sender nur dann ein, wenn die Frequenz auch wirklich 100%ig frei ist!

2.

Starten nicht mit zweifelhaftem Akku-Ladezustand oder technischem Problem!

3.

Unterziehen das Modell vor dem erstem Flug des Tages einem technischen Check!

4.

Machen vor jedem Start eine kurze Vorflugkontrolle!

5.

Machen sich mit jedem Fluggelände erst vertraut!

6.

Denken voraus und sind auf Notsituationen vorbereitet!

7.

Pflegen eine sichere Flugtaktik ohne Gefährdung Dritter!

8.

Fliegen nur, wenn sie dafür auch wirklich fit sind!
Alkohol gibts später oder am Stammtisch

9.

Machen Zuschauer auf Risiken und korrektes Verhalten aufmerksam!

10.

Sind in jeder Situation und mit jedem Modell korrekt versichert!

… beachten diese Tipps!

Erläuterungen / weitere Tipps

  1. Gute Modellpiloten schalten den Sender nur ein, wenn die Frequenz 100%ig frei ist!
    • Keine Verwendung nicht offiziell zugelassener Frequenzen, da deren Nutzung durch Dritte jederzeit möglich ist!
    • Auf Modellflugplätzen/Veranstaltungen: Einhaltung der jeweils definierten Massnahmen zur Frequenzkontrolle.
    • Auf grösseren Geländen (speziell Hangfliegen): Aktives Kontaktieren aller anwesenden Piloten, auch solcher, die gerade in einiger Entfernung fliegen! Die Pflicht zum Fragen hat immer der zuletzt hinzustossende Pilot!
  1. Gute Modellpiloten starten nicht mit Zweifelhaftem Akku-Ladezustand oder ungelöstem technischen Problem!
    • Die Entladekurve von Akkus ist in der Zone der Minimalspannung extrem steil. Deshalb gilt: Ein Akku mit zweifelhaftem Ladezustand ist grundsätzlich als „leer“ zu betrachten.
    • Idealerweise werden Sender- und Empfängerakku vor jedem Flugtag vollständig geladen. Selbstentladung kann sehr tückisch sein!
    • Um Memory-Effekte zu vermeiden, empfiehlt sich regelmässiges Entladen der Akkus nach Vorgabe des jeweiligen Herstellers.
    • Technische Probleme sind grundsätzlich ernst zu nehmen: Das Flattern von Servos, merwürdige Geräusche von Servos, schwergängige Ruder, „merkwürdige Effekte“ im Bereich Steuerung, Risse an wichtigen Leimstellen etc. sollten grundsätzlich erst untersucht UND behoben werden. Alles andere kann das Modell und die Sicherheit hochgradig gefährden!
    • Je schwerer und schneller das Modell, desto kleiner sind die zulässigen Toleranzen!
  1. Gute Modellpiloten unterziehen das Modell vor dem erstem Flug des Tages einem umfassenden technischen Check!
    • Vor Zusammenbau Prüfung aller Einbauten. Speziell: Zustand aller Anlenkungen, Schlüssigkeit aller elektrischen Steckverbindungen, keine losen Teile, keine gelösten Leimstellen etc.
    • Nach Zusammenbau Prüfung aller Befestigungen sowie der korrekten Ausrichtung von Flächen, Rudern etc.
    • Funktionskontrolle Steuerung inklusive Hochstarthaken, Schleppkupplung, Fahrwerk, Klappen, etc. Achtung: Servos dürfen niemals knurrend auf Anschlag laufen!
    • Kontrolle Antrieb (Motoraufhängung, Propellerzustand, Propellerbefestigung, Impeller und –befestigung, Turbine und –befestigung etc.)
    • Je nach Modell gehören zur umfassenden Kontrolle auch weitere externe Hilfen (Winde, Hochstartgummi, Feuerlöscher, Katapult etc.)
  1. Gute Modellpiloten machen vor jedem Start eine kurze Vorflugkontrolle!
    • Am Sender der richtige Modellspeicher und Flugzustand aktiv?
    • Sender-Akku und, wo mit Anzeige versehen, Empfänger-Akku immer noch ausreichend geladen?
    • Verbrennermodelle: Reicht Tankinhalt sicher für einen weiteren Flug?
    • Sämtliche Steuer- und Schaltfunktionen: Führt der Steuerinput am Sender am Modell zum korrekten Befehl in der korrekten Richtung? Achtung: Mit flüchtigeren Checkverfahren werden falsch laufende Ruder häufig übersehen!
  1. Gute Modellpiloten machen sich mit jedem Fluggelände erst vertraut!
    • Wo ist der zulässige Flugraum?
    • Welche Gegenden muss ich meiden?
    • Welche magischen Hindernisse sind speziell zu beachten?
    • Wo stehen die Piloten?
    • Wo ist mit Zuschauern zu rechnen?
    • Welche Punkte am Horizont markieren die verlängerte Pistenrichtung?
    • Wo kann ich überall ohne Gefährdung Dritter landen, wenn während des Flugs der Motor abstellt oder ich mit dem Segler absaufe, und die Piste nicht mehr sicher erreichen kann?
  1. Gute Modellpiloten denken voraus und sind auf Notsituationen vorbereitet!
    • Vor dem Start: Wo lande ich ohne Gefährdung Dritter, wenn kurz nach dem Abheben der Motor abstellt, die Schleppschnur reisst, etc.
    • Welche Hindernisse gilt es beim Anflug zu beachten?
    • Wohin kann ich sicher ausweichen, wenn während des Endanflugs Personen die Piste betreten?
    • Wenn ein Modell nur noch schwer zu kontrollieren ist gilt im Zweifelsfall: Sicherheit geht vor – ein notfallmässig geerdetes Modell kann ersetzt werden.
  1. Gute Modellpiloten pflegen eine sichere Flugtaktik ohne Gefährdung Dritter!
    • Hindernisse wie Bäume, Gebäude, Hügel etc. werden im Zweifelsfall immer überflogen!
    • Fliegen „im Vordergrund“ ist nur bei eindeutig gegebenem Distanzunterschied sicher!
    • Auch in der Luft gilt im Zweifelsfall: Modellflugzeuge nie zur Deckung bringen – Kollision im Zweifelsfalle garantiert!
    • Beim Fliegen mit mehreren Modellen: Piloten stehen zusammen und geben ihre Absichten laut bekannt. Wenn immer möglich Flugraum auf Modelle aufteilen.
    • Noch besser beim gleichzeitigen Fliegen mit mehreren Modellen: Jeder Pilot verfügt über einen „Luftraumüberwacher“, der ihm bei der Koordination hilft.
    • Anflüge sollten immer mit einem geraden Endanflug in Pistenrichtung erfolgen. Nur so bleibt das Modell auch nach dem Aufsetzen auf der Piste, ohne Umstehende zu gefährden! Bei Grossseglern oder besonders schnellen Modellen ist es für eine Korrektur der Anflugachse in den letzten Metern oft zu spät!
    • Eigene Absicht wird den Umstehenden Piloten und Zuschauern laut und deutlich bekanntgegeben.
    • Folgende Standard-Meldungen bilden das Minimum:
    • Achtung: Landung! (sobald ein Modell gelandet werden soll)
    • Achtung: Bin im Anflug! (sobald sich ein Modell im Endanflug befindet)
    • Achtung: Notlandung! Piste räumen! (z.B. nach Motorausfall)
    • Verhalten Dritter: Generell ist die Piste für landende Modelle frei zu machen!
    • Das herumstehen lassen von Modellen am Rand der Piste führt gerade bei weniger erfahrenen Piloten zu grossem Stress!
    • Die Verantwortung für ein Modell am Boden trägt immer derjenige, der es gerade dort hingestellt oder hingerollt hat!
  1. Gute Modellpiloten fliegen nur, wenn sie dafür auch wirklich fit sind! Alkohol gibts später oder am Stammtisch!
    • Im Sommer: Mütze und Sonnenbrille sind ein Muss!
    • Wer nicht mehr so gut sieht: Brille beschaffen oder Hobby wechseln!
    • Gute Piloten geniessen Bier, Wein und Ähnliches nach Ende des Flugbetriebs am Grill oder unter der Woche am Stammtisch.
    • Wer sich unwohl oder krank fühlt, fliegt nicht. Basta.
  1. Gute Modellpiloten machen Zuschauer auf Risiken und korrektes Verhalten aufmerksam!
    • Stets willkommene Zuschauer nett und freundlich auf den für sie sicheren Aufenthaltsraum aufmerksam machen.
    • Zuschauer, welche sich trotz freundlicher Ermahnung in Gefahr begeben, freundlich aber bestimmt erneut ermahnen.
  1. Gute Modellpiloten sind in jeder Situation und mit jedem Modell korrekt versichert!
    • Mitglieder des DMFV tragen den Ausweis stets bei sich. Wer keinem Verband anghört, sollte eine Kopie der Police seiner Haftpflichtversicherung dabeihaben.
    • Wo Dritte zum Fliegen zugelassen werden, erfolgt dies nur gegen Vorweisung eines Versicherungsnachweises.
    • Grossmodelle über dem gesetzlichen von 25 kg sind entsprechend den Luftfahrtsbestimmungen geprüft und die Dokumente sind am Mann.