Grundlagen Modellflug

Einstieg in den Flächenflug

Modellflug, egal ob mit Hubschraubern, Flächenflugmodellen 
oder anderen Flugmodellen, ist sicher ein faszinierendes 
Hobby. War der Einstieg früher noch mit finanziellen 
Hürden und spürbarem Aufwand verbunden, machen es einem 
heute flugfertige Komplettsets leicht, heute zu kaufen 
und morgen zu fliegen.Oft ist der erste Flug dann aber 
auch der letzte, sei es, weil das billige Modell 
nicht hält, was man sich davon versprochen hat, oder 
auch, weil ein paar grundlegende Dinge nicht beachtet 
wurden. Modellfliegen ist nicht schwer; aber es ist 
möglicherweise auch nicht ganz so unproblematisch, 
wie es die Werbung verspricht. Um Frustration 
vorzubeugen, lohnt es sich,sich zunächst mit ein 
paar grundsätzlichen Überlegungen vertraut zu machen.

Das erste Modell

Das erste Modell entscheidet darüber, ob man ein 
faszinierendes neues Hobby hat, oder sich enttäuscht 
anderen Dingen zuwendet. Dem ersten Impuls, ein 
Modell zu erwerben, dass einem zufällig im Baumarkt 
oder in einem Webshop über den Weg läuft, sollte 
man daher besser widerstehen. Welche Modelle tatsächlich 
für den Einstieg taugen, läßt sich im Abschnitt 
"Modellwahl" herausfinden.

Hilfen und Informationsquellen

Auch, wenn die Werbung mitunter 
"heute kaufen - morgen fliegen" suggeriert, 
ist es so einfach nicht. Dass ein Modell 
das tut, as man möchte, kann man nicht aus 
einer dreiseitigen, schlecht übersetzten 
Anleitung lernen. Und im Gegensatz zu 
Computerspielen ist "probieren, bis es geht" 
keine gute Strategie, denn Flugmodelle sind 
keineswegs unzerstörbar. Dennoch sind 
Flugsimulatoren mit die beste Möglichkeit, 
ohne Bruchrisiko Flugfertigkeiten zu erwerben. 
Es gibt tolle Freeware-Simulatoren, die völlig 
ausreichend sind, um die Grundlagen zu erlernen. 
Schon der einfachste Flugsimulator hilft die 
Gedanken-Finger Koordination zu trainieren. 
Vor allem die Ruderumkehr beim Steuern auf den 
Piloten zu und die Landeeinteilung lassen sich 
hier als Trockenübung absolvieren. Einige 
Anfängermodelle gibt es direkt als Modell im 
Flugsimulator, aber auch mit nur ähnlichen 
Modellen kann man gut trainieren. Es soll 
Menschen geben, die sich das Modellfliegen 
selbst beigebracht haben. Das ist aber nicht nur 
die Ausnahme, sondern es gibt auch eine große 
Gefahr, dass man sich dabei Fehler antrainiert, 
die man sich später nur sehr schwer wieder 
abgewöhnen kann. Hier unterscheidet sich der 
Modellflug nicht von anderen Sportarten. 
Individuelle, persönliche Hilfe mag im 
Internet-Zeitalter etwas aus der Mode gekommen sein. 
Tatsächlich ist aber die Anleitung durch 
einen erfahrenen Modellpiloten die beste Hilfe, 
die man bekommen kann. Und fast die einzige 
Möglichkeit, sauber fliegen zu lernen. Komm einfach 
Samstags oder Sonntags auf unser Fluggelände und 
Du wirst immer jemanden antreffen der Dir behilflich 
ist oder Deine Fragen beantwortet.

Braucht man eine spezielle Versicherung

Ein ernstes Thema, über das wenig informiert wird und 
das daher leicht unterschätzt wird. Seit 2008 ist das 
Fliegen mit Flugmodellen versicherungspflichtig, und 
dazu reicht Papas Privathaftpflichtversicherung 
(so er denn eine hat) in den allermeisten Fällen 
nicht aus. Zwar ist das Gefährdungspotenzial eines 
Einsteiger-Parkflyers nicht so hoch einzustufen wie 
das eines "richtigen" Flugmodells, aber man sollte es 
auch nicht unterschätzen. Daher ist der Abschluss einer 
speziellen Modellflugversicherung ein absolutes Muss! 
Wir empfehlen eine Mitgliedschaft beim 

„Deutschen Modellfliegerverband“

Das richtige Modell

Ein gutes Einsteigermodell muss vier 
Anforderungen erfüllen:
Es muß einfach zu fliegen sein
Wäre das Modell nicht einfach zu fliegen 
(im Pilotenjargon: "zickig"), wird man nicht nur 
unbeabsichtigte Abstürze haben, es ist für den Piloten 
auch nicht erkennbar, warum das Modell plötzlich nicht 
so reagiert, wie es soll. Es muß robust sein, also auch
Abstürze oder unsanfte Landungen überstehen Wichtig 
zum Erlernen des Modellflugs ist einfach die Zeit 
in der Luft. Wenn nach jeder Landung größere Pausen 
drohen, weil das Modell repariert werden muss, wird 
sich der Aufbau des Erfahrungsschatzes zwangsläufig 
in die Länge ziehen.
Es muß einfach zu handhaben sein Dazu gehört, 
dass man das Modell nach der Landung schnell wieder 
in die Luft bringen kann, also z.B. den Akku schnell 
auswechseln kann, und nicht zum Laden des Flugakkus 
nach Hause fahren muß.

Und, nicht zu vergessen:

Es muß Flugspaß bieten Dieser Punkt ist vielleicht 
der komplexeste. Ein Modell kann einfach zu fliegen, 
robust und handhabbar sein, dabei aber so langweilig 
sein wie ein Fesselballon. Es muß also trotz allem 
agil genug sein und die Steuerbefehle des Piloten gut 
umsetzen, so dass neben dem Lern- auch ein Spasseffekt 
einsetzt.

Ein einfach zu fliegendes Modell hat folgende Merkmale:

Es ist eigenstabil, kann also Störungen (z.B. durch Windböen) 
ausgleichen. Merkmale dazu sind V-Form der Flügel, das können 
auch Randbögen sein relativ dickes Tragflügelprofil (langsam, 
meist überziehfest, genügend Widerstand, damit die Fahrt 
nicht zu hoch wird) Drachenkonstruktion, also Leitwerk hinter 
dem Hauptflügel Es ist gut zu kontrollieren. Merkmale dazu 
sind es ist steuerbar um alle drei Achsen, also Höhen-,
Seiten- und Querruder. Zum Querruder, siehe Anmerkung unten. 
Es muß langsam fliegen können. Hier ist hauptsächlich eine 
niedrige Flächenbelastung und eine hohe Profildicke, also ein 
hoher Auftriebswert von Bedeutung. Es hat eine gut 
einzuschätzende Fluglage. Hierbei spielt vor allem die 
Größe des Modells eine Rolle, je kleiner das Modell ist, 
desto leichter gerät es in eine Entfernung, die eine gute 
Fluglagenerkennung nicht mehr erlaubt es ist träge. 
Das Modell sollte nicht all zu zappelig reagieren, um 
dem Piloten Zeit zur Kontrolle zu lassen.

Ein robustes Modell hat folgende Merkmale:

es übersteht unsanfte Landungen Diese Eigenschaft 
zeichnet vor allem Modelle aus EPP aus. Das ist 
ein Schaumstoff, der ähnlich leicht ist wie Styropor, 
dabei aber zähelastische Eigenschaften hat.

Einfache Handhabbarkeit:

Das Modell muß einen Motor haben. Wurfgleiter bieten 
aufgrund ihrere kurzen Flugzeit nur bedingten Lerneffekt. 
Es sei denn, man benutzt sie am Hang, doch erfordert das 
Hangfliegen eine Reihe weiterer Kenntnisse und Fähigkeiten, 
die nicht unbedingt auf der Agenda des Einsteigers 
stehen müssen. Das Modell wird elektrisch angetrieben 
Zwar gibt es eine lange Tradition verbrennerbefeuerten 
Modellflugeinstiegs, doch ist die Diskussion 
Verbrennungsmotor vs. Elektromotor heute bei 
Einsteigermodellen entschieden. Das Modell verwendet 
handelsübliche Akkus Ein Zweitakku ermöglicht es, mit 
einem Akku zu fliegen, während der andere lädt. 
Der Akku und das Steckersystem des Modells müssen also 
"handelsüblich" sein. Leichter Wechsel des Akkus ist 
ebenfalls Voraussetzung, um die Wartezeiten zwischen 
zwei Flügen nicht ausufern zu lassen.Das Modell muß 
leicht zu starten sein Bodenstarts sehen zwar gut aus, 
sind aber zu erlernen des Fliegens nicht erforderlich. 
Handstarts gelingen am besten mit Modellen, die langsam 
fliegen können und nicht zu schwer sind.

Flugspaß:

Das Modell darf nicht untermotorisiert sein. 
Bei Vollgas muß es zügig an Höhe gewinnen.
Das Modell sollte bedingt kunstflugtauglich sein.
Unter dem Strich ergibt sich hieraus ein
Elektrosegler mit 1-2m Spannweite, 400g bis 900g 
Fluggewicht, einem nicht zu starken Motor 
und Dreiachssteuerung.

Zwei- oder Dreiachssteuerung

Von einem Querruder wird Einsteigern oft abgeraten, 
da es eine weitere zu steuernde Achse und damit 
höhere Anforderungen bedeutet. Allerdings ist ein 
Querruder auch die einzige Möglichkeit, ein 
Flugzeug aus zu großer Schräglage wieder aufzurichten,
ohne zu viel Höhe zu verlieren. Eine zu große 
Schräglage kommt allerdings gerade bei Einsteigern 
recht häufig vor, weil beim Flug auf den Piloten zu 
die Richtungssteuerung "verdreht" ist, so dass der 
Pilot die Schräglage vergrößert, statt sie zu 
verringern und es oft zu spät ist, wenn er seinen 
Fehler bemerkt.
Für Einsteiger perfekt geeignet ist die 
Quer-Seitenruder-Mischung moderner Fernsteuerungen, 
so dass mit dem Querruder gleichzeitig das 
Seitenruder mitgenommen wird. Das vereinfacht 
wieder das Fliegen auf zwei "Knüppel", erlaubt 
aber die volle Fluglagenkontrolle inklusive Querruder.

Elektrisch oder Verbrenner?

Diese uralte Diskussion wollen wir an dieser 
Stelle nicht ignorieren. Die Wahl der Antriebsart 
ist in erster Linie eine Frage der Philosophie, 
weniger eine der Leistung oder der Kosten. 
Obwohl inzwischen fast alle Einsteigermodelle 
einen Elektroantrieb vorsehen, hat der Antrieb 
mit Verbrennungsmotor durchaus auch seinen Reiz.

Elektroantrieb

Antriebe für Einsteigermodelle sind natürlich 
keine Hochleistungsantriebe. Motor, Akku und 
Regler in der 250 W-Klasse sind auch in 
hochwertiger Ausführung für unter 150 Euro 
zu haben, wobei man allerdings gleich noch 
einen Zweitakku vorsehen sollte.

Vorteile:

Vibrationsarm - das Modell kann leichter 
gebaut werden Mehr Auswahl beim Flugplatz - 
für kleine Elektromodelle braucht man nicht 
unbedingt einen zugelassenen Modellflugplatz.
Es kündigt sich durch Leistungsverlust an, wenn 
die Akkuladung ihrem Ende entgegen geht 
Das Modell verschmutzt nicht Wartungsfrei

Nachteile:

Man braucht eine Stromversorgung. Wer nicht mit 
dem Auto unterwegs ist, benötigt eine stationäre 
Stromquelle Akkus zu laden dauert seine Zeit. 
Man kann das mit mehreren Akkus überbrücken, 
aber die kosten auch mehr Geld

Verbrennerantrieb

Für Einsteigermodelle eignen sich insbesondere 
Zweitakter-Methanolmotoren mit weniger 
als 10 cm³ Hubraum. Solche Motoren liegen 
preislich meist unter 100 Euro, allerdings ist 
der Sprit nicht gerade billig.

Vorteile:

Nachtanken geht schnell Stinkt und ist laut - 
manchen Leuten macht das mehr Spaß

Nachteile:

Verschmutzung des Modells
Ein Verbrennungsmotor stellt im Flug gerne 
mal ab, spätestes wenn der Tank leer ist 
Einstellen des Motors ist nicht jedermanns Sache 
Verbrennerflug ist nur auf Modellflugplätzen 
und dort oft nur zu bestimmten Zeiten erlaubt 
Bei den Kosten nehmen sich beide Varianten 
nicht viel. Ein gutes Ladegerät ist nicht ganz 
billig, aber notwendig, wenn man längere Zeit 
Freude an seinen Akkus haben möchte. Auf der 
anderen Seite benötigt ein Verbrennungsmotor 
einiges Zubehör für Start, Wartung und Pflege.

Bausatz oder Fertigmodell?

Will man ein Modell fliegen oder bauen? Während 
früher das eine nicht ohne das andere zu haben 
war, hat man heute die Wahl. Es ist wirklich eine 
Frage der persönlichen Einstellung. Zwar ist es 
keinem Neuling anzuraten, sich einen Bauplan und 
ein paar Balsa- und Sperrholzbretter zu besorgen, 
um sein erstes Flugmodell zu erstellen. Aber gute 
Modelle gibt es genauso als Baukasten wie auch als 
(fast) fertiges ARF-Modell. Abzuraten ist allerdings 
von "Komplettsätzen" aus dem Spielzeugregal der 
Super- und Baumärkte. Dabei handelt es sich, 
vielleicht mit wenigen Ausnahmen, tatsächlich um 
Spielzeug, mit dem man bestenfalls ein wenig hin 
und her fliegen kann.

RTF-Modelle

RTF-Modelle (RTF = Ready To Fly) sind komplett 
ausgerüstet und erfordern keinerlei Arbeit 
im Aufbau. Oft werden sie komplett mit 
Fernsteuersender und "allem Zubehör" geliefert. 
Das hat den Vorteil, dass man nicht zu dem Modell 
noch Komponenten wie Antrieb, Servos etc. passend 
auswählen und zukaufen muß. Man sollte sich aber 
im klaren darüber sein, dass es sich dabei seltenst 
um qualitativ hochwertiges Equipment handelt. 
Der Sender und ggf. das Ladegerät wird man schon 
beim zweiten, spätestens beim dritten Modell gegen 
etwas besseres austauschen, und man sollte sich 
schon überlegen, ob man nicht lieber ein ARF-Modell 
kauft und das gesparte Geld gleich in hochwertigeres 
Equipment investiert. 
ARF-Modelle. Bei ARF-Modellen 
(ARF = Almost Ready to Fly) beschränkt sich der 
Aufbau auf die Endmontage und den Einbau der 
RC-Komponenten. Ein Vorteil ist, dass man die 
Komponenten selbst wählen kann - und die eingebauten 
Teile auch wieder entfernen und in anderen Modellen 
verwenden kann. ARF-Modelle erfordern nur ein 
Minimum an handwerklichem Geschick und können 
auch von Leuten mit "zwei linken Händen" 
montiert werden.

Baukasten-Modelle

Die Baukasten-Modelle bekannter Anbieter erfordern 
im Aufbau mitunter einiges Können. Wer noch kein 
Modell gebaut hat und sich trotzdem an die Materie 
wagen möchte, sollte sich von einem Fachhändler 
beraten lassen, um nicht gleich ein Modell zu 
erwischen, das ihn überfordert. Ein schlecht 
gebautes Modell wird nicht unbedingt gut fliegen.
"Schaumwaffel" oder Klassisch? Da das erste Modell 
jedes Piloten unsanften Bodenkontakt haben wird, 
empfiehlt es sich auch, einen Blick auf das 
Material zu werfen, aus dem der Flieger besteht. 
Eigentlich ist es heute keine Frage mehr. 
Modelle aus EPP oder ähnlichen zähelastischen 
Hartschäumen mögen von "alten Hasen" mitunter 
belächelt werden, aber sie bieten keineswegs schlechte 
Flugleistungen und sind überaus robust. 
Holzkonstruktionen lassen sich zwar reparieren, 
doch erfordert auch dies eine gewisse 
modellbauerische Erfahrung. Vorsicht ist geboten 
bei Modellen aus Styropor oder Depron. Speziell 
Styropor ist nicht elastisch und bricht bei Überlastung.

Motormodell, Segler oder Fun?

Unabhängig von der Antriebsart (also Verbrenner/Elektro) 
wird dem Einsteiger immer ein (Motor-)Segelmodell 
empfohlen. Der Grund liegt darin, dass Segelflugzeuge 
etwas größer sind und vergleichsweise langsam 
fliegen - und deshalb dem Piloten mehr Zeit zum 
reagieren (und korrigieren) lassen als schnellere 
Modelle. Dabei geht es weniger um reine Segler als 
mehr um die inzwischen enorm verbreiteten Elektrosegler. 
Dabei bleiben die Vorteile des Segelflugzeugs erhalten, 
aber der Motor lässt das Flugzeug selbst auf Höhe steigen.
Allerdings liegt das "geruhsame" Seglerfliegen nicht 
jedem. Die "klassische" Ausbildung zum Modellpiloten 
in Vereinen zeigt, dass es auch mit agileren Modellen 
wie Trainern geht, und so mancher hat auch auf einem 
gutmütigen Fun- oder Parkflyer gelernt. Beides sollte 
man aber nicht ohne Anleitung probieren.

Tipps für den Erstflug

Ein paar Dinge sollten beachtet werden, 
damit der Erstflug des Modells nicht auch 
sein letzter ist.

Voraussetzungen

Der erste und beste Tip: Ist das Modell flugfertig, 
geht man damit zum nächsten Modellflugplatz. Dort 
wird sich sicher jemand finden, der einem beim 
Einfliegen behilflich ist. Da kann man sich dann 
auch das Weiterlesen sparen. In jedem Fall hilfreich 
ist der bereits erwähnte Simulator. Solange man 
im Simulator nicht ein vergleichbares Modell mehrmals 
nacheinander starten und ohne Beschädigung wieder 
landen kann, sollte man an den Erstflug nicht denken.

Geeignete Plätze

Will man partout nicht auf einem Modellflugplatz 
fliegen, braucht man eine geeignete ebene Wiese, 
möglichst ohne Hindernisse wie Zäune, Masten oder 
Bäume im Umkreis von mehreren hundert Metern. 
Das ganze möglichst mehrere Kilometer von Bebauung 
entfernt. Zudem sollte man möglichst alleine sein; 
Fußgänger, Radfahrer oder in der Nähe fahrende 
Autos werden möglicherweise gefährdet. Der örtliche 
Sportplatz ist also keinesfalls geeignet! 
Ein geeigneter "Flugsektor" ist ein Quadrat mit 
wenigstens 200 m Kantenlänge.

Vorflugkontrolle

Die Vorflugkontrolle ist extrem wichtig. Und bei 
einem Erstflug ganz besonders. Ist das Modell erst 
mal in der Luft, ist es zu spät, zu überlegen, ob 
alle Stecker richtig angeschlossen sind. Fehler 
beim Bau werden oft erst beim Erstflug offensichtlich. 
Selbst, wenn alles am Modell gerade ist und Schwerpunkt 
und EWD nach Plan eingestellt und kontrolliert wurden, 
ist man vor bösen Überraschungen nicht sicher. 
Selbst erfahrene Modellpiloten lassen den Erstflug 
mitunter von noch erfahreneren Kollegen durchführen. 
Auch hier gilt also: sich Hilfe zu holen ist keine Schande.

Erstflug

Ein Helfer startet das Modell mit Schwung gegen 
den Wind, leichtem Anlauf und 3/4 Gas horizontal 
bis leicht nach oben. Wenn alles perfekt ist, 
sollte das Modell (ggf. nach leichtem Durchsacken) 
in einen geraden Steigflug übergehen. Der wichtigste 
Grundsatz seit bestehen der Fliegerei: Höhe. Das 
Herumfliegen in Bodennähe sollte man Experten überlassen. 
Und die Landung kommt früh genug. Danach sorgt man 
dafür, dass das Modell mit leichten(!) Steuerbewegungen 
innerhalb des vorher festgelegten Flugsektors bleibt. 
Hat man das Modell im Griff, ist es bereits Zeit, 
an die Landung zu denken. Ein Modell zu landen, muß 
man üben - ist der Akku bereits leer, bleibt dazu 
keine Zeit. Man sucht sich einen Punkt etwa 150m entfernt 
in Verlängerung der Landebahn (bei kleinen oder sehr 
langsamen Modellen kann das auch weniger sein) und 
steuert diesen in etwa 10m Höhe so an, dass das Modell 
in Richtung Landebahn zeigt. Natürlich landet man gegen 
den Wind. Dort nimmt man so viel Gas weg, dass das 
Modell in einen leichte Sinkflug geht. Sinkt das 
Modell zu schnell, darf man es keinesfalls durch 
"ziehen" aushungern, sondern gibt mehr Gas. Im Idealfall
sollte man bei erreichen der Platzgrenze 
(nicht der Landebahn) 1-2m Höhe haben. In Bodennähe 
wird das Modell langsamer sinken (Bodeneffekt). 
Ist man zu Beginn der Landebahn auf "Kniehöhe", 
ist alles perfekt. In jedem anderen Fall gibt man Gas, 
läßt das Modell wegsteigen und versucht es erneut. 
Merke: Die Landung zu beherrschen ist das wichtigste. 
Man sollte jederzeit und aus jeder Situation heraus 
in der Lage sein, zu landen. Erst, wenn man das 
beherrscht, kann man sich weiter in die Materie wagen.

Typische Fehler

Stürzt ein von einem unerfahrenen Piloten 
gesteuertes Modell ab, liegt das selten am Modell. 
Einsteiger machen immer wieder die gleichen Fehler. 
Sie sich zu vergegenwärtigen hilft vielleicht, 
sie zu vermeiden. Zu niedrige Höhe Ein eigenstabiles 
Modell gleicht Steuerfehler von selbst aus. Meist 
sackt es dabei einige Meter durch, fängt sich wieder 
und gelangt in eine stabile Fluglage. Es sei denn, 
es fliegt zu niedrig - dann ist der Einschlag nicht 
zu vermeiden. Alle Manöver sind deshalb in genügender 
Höhe durchzuführen. Für ein Einsteigermodell mit 
1-2 Spannweite sind das 50-100m. Zu hastige Reaktionen  
Gerade Einsteiger neigen dazu, nach dem Motto 
"viel hilft viel" den Knüppel bis zum Anschlag 
zu reißen. Eine Folge ist, dass dadurch ständig 
überkompensiert wird, so dass sich das Modell 
"aufschaukelt" und unkontrollierbar wird. Noch 
größer ist das Problem im Langsamflug; hier ist 
das Modell träge, weil die Ruderkräfte gering sind. 
Mit starken Ruderausschlägen "nachzuhelfen" führt 
hier aber oft zu einem Strömungsabriß am Ruder, 
und das Modell wird unkontrollierbar.

Falsche Steuerung

"rechts" oder "links" ist relativ, je nachdem, 
ob das Modell auf den Piloten zu oder vom Piloten 
weg fliegt. Natürlich ist das reine Übungssache 
und etwas, was man sich auch im Simulator aneignen 
kann. Dennoch sollte man, wenn das Modell auf einen 
zu fliegt, hastige Steuerbewegungen besonders 
vermeiden, bis einem dies in Fleisch und Blut 
übergegangen ist.

Falsche Lageeinschätzung

Mitunter hat ein Pilot den Eindruck, dass das 
Modell das Gegenteil von dem tut, was es soll. 
Die Ursache ist häufig eine falsche Erkennung 
der Fluglage des Modells (besonders, wenn es 
weiter weg ist, sieht man ja nur die Silhouette). 
Ein erfahrener Pilot merkt das sofort und erkennt 
aus der Reaktion des Modells die richtige Lage; 
als Einsteiger neigt man eher dazu, an der falschen 
Einschätzung festzuhalten und durch immer stärkeres 
"Gegensteuern" die scheinbar falsche Reaktion des 
Modells noch zu verstärken, was gerne mal im Boden 
endet. Da ein Einsteigermodell eigenstabil ist, 
nimmt man in so einem Fall am besten einfach nur 
die Finger vom Knüppel und wartet, bis das Modell 
sich stabilisiert hat.

Selbstüberschätzung

Auch, wenn Einsteigermodelle einem das Fliegen 
relativ leicht machen, so gelten dennoch die Gesetze 
der Physik. Für Steilkurven, Loopings und Kunstflug 
generell sind Einsteigermodelle meist nur bedingt 
geeignet. So etwas sollte man erst probieren, 
wenn man das Modell ansonsten beherrscht - und 
keinesfalls in Bodennähe!

Fazit

Die meisten Einsteiger beginnen mit einem 
Elektrosegler und bereuen es nicht. In jedem 
Fall empfiehlt es sich, Kontakt mit unserm 
Modellflugverein aufzunehmen. Wir bieten auch 
die Möglichkeit des Schnupperfliegens an!